Die Mengenentwicklung in Deutschland wirft weiter Fragen auf

In unserem Klartext vom 15. Mai 2024 haben wir Stellung dazu bezogen, dass in den Q2-Marktanteilen der dualen Systeme ein Rückgang der gemeldeten Mengen zu beobachten war, während steigende Sammelmengen registriert wurden. 

Eine Entwicklung, die unsererseits nicht nachzuvollziehen war, da die Unternehmen, die ihre Verpackungen bei Reclay beteiligen, erwartungsgemäß gemeldet hatten – und auch sonstige Faktoren wie u. a. die globale Wirtschaftslage boten keine rechte Erklärung für die zu beobachtende Mengenentwicklung.

 

Die ZSVR muss den Sachverhalt aufklären

Einen Monat später hat sich diese Entwicklung bestätigt. Eine Stellungnahme der Zentralen Stelle Verpackungsregister (ZSVR) steht bisher noch aus. Eine solche Stellungnahme der Behörde, zu deren hoheitlichen Aufgaben eben auch die Überprüfung der Datenmeldungen der Hersteller und Systeme gehört, ist aus unserer Sicht dringend notwendig.

Aus diesem Grunde erhoffen wir uns auch weiterhin, dass die ZSVR die Situation ebenfalls beobachtet und den Sachverhalt entsprechend aufklärt.

Entsorgungspartner müssen in die Kontrolle eingebunden werden

Denn irgendwo müssen die Gründe dafür liegen, dass Sammelmengen steigen und gemeldete Mengen sich rückläufig entwickeln. Sind es wachsende Fehlwurfquoten? Landet ggf. Restmüll in der LVP-Sammlung und schließlich in den Sortieranlagen, wo dieser aufwändig aussortiert und anschließend einer teuren Verbrennung zugeführt werden muss?

Um diese Möglichkeit auszuschließen, appellieren wir an die Entsorgungspartner, die Inhalte der Tonnen noch stärker zu kontrollieren. Denn diese Kontrolle ist Teil des Auftrags unserer Partner: Falsch befüllte Tonnen sollen nicht abtransportiert werden.

Am Ende müssen alle einen Teil zur Kreislaufwirtschaft beitragen

Nicht zuletzt gilt es auch, Endverbraucherinnen und Endverbraucher im Entsorgungsprozess weiter in die Verantwortung zu nehmen. Denn Fehlwürfe entstehen initial genau dort, wo die gebrauchten Verpackungen eben entsorgt werden.

Als eines von 10 dualen Systemen in Deutschland engagieren wir uns mit Reclay bereits seit einigen Jahren intensiv in der Initiative Mülltrennung wirkt, die sich genau diese Aufklärungsarbeit zum Ziel macht: Wir müssen das Bewusstsein dafür stärken, dass jede Verpackung, die wir im Kreislauf halten können, eine wertvolle Ressource sein kann. Mit der Initiative Mülltrennung wirkt entstehen unter der Leitung von Sprecher Axel Subklew tolle Kampagnen, die dieses Bewusstsein bei allen schärfen sollen.

Letztlich kann die Kreislaufwirtschaft im Bereich der Verpackungen nur dann funktionieren, wenn alle ihren Teil dazu beitragen – angefangen bei der ZSVR, über die Entsorgungswirtschaft bis hin zu den Endverbraucherinnen und Endverbrauchern.